Tag: "leben"
Ein, aus (12. May 2010)
Dies ist – ojala – der letzte Blogeintrag, bevor sich mein Leben komplett ändert. Bevor die Revolution einsetzt, die mit einem Engelsseufzen etwas in Bewegung setzen wird, stärker als jedes Beben auf jedweder Skala.
Wenn wunderschön unfassbares fleischliche Form annimmt; unter uns tritt, das erste Mal den vergänglichen Hauch von sich stößt und mit den Engelschören anstimmt. Der himmlische Schöpfer ein weiteres Mal uns wissen lässt, zu welchen Taten er fähig ist.
Es ist der Moment, in dem ich Vater werde. Ein letztes Mal tief einatmen.
Ein.
Aus.
Und lass es beginnen.
The lifesaver is dead. (21. April 2010)
Meine Augen schon schwer, genau wie der heutige Tag, wollte ich schon den Cousin des Todes einlassen, als ich bei Twitter folgendes erfahren habe: Guru ist gestern an einem Krebsleiden gestorben.
Der ein oder andere hatte es vielleicht mitbekommen: Ende Februar erlitt Guru einen Herzinfarkt und lag im Koma. Die ganze Welt bangte um ihn, keiner wusste genaueres. MC Solaar, sein langjähriger Freund und Rapper aus Frankreich, verkündete aber bereits Anfang März, dass Guru nach einer Operation wieder auf dem Weg der Besserung sei. Für mich Entwarnung.
Und heute erfahre ich um diese Uhrzeit, dass Guru tot ist. An Schlaf ist nicht mehr zu denken, viel zu viel geht mir durch den Kopf. Gestern ging er von uns, nach einem langen Kampf erlag er dem Krebs.
Besonders stark beeinflusst hat mich Jazzmatazz, sein Jazzprojekt, in dem namenhafte Jazzmusiker mit Hip Hoppern eine Fusion in Richtung Jazz-Rap schuf. Wochenlange lief das erste Album Jazzmatazz Vol. 1 bei mir, noch heute sind die Tracks teil meiner Playlist und werden regelmäßig gespielt.
Vielen sollte aber mehr die legendäre Formation GangStarr aus ihm und DJ Premier ein Begriff sein, zuletzt das Album “The Ownerz” aus dem Jahre 2003, welches selbstverständlich auch bei mir lang und oft gespielt wurde.
Mit Guru verbindet mich ein besonderer Moment: Der Tag, an dem meine Katze starb. An diesem Tag höre ich Gurus “Lifesaver” – wenn ich es heute spiele, lässt es die Emotionen von damals aufleben.
Dafür reicht es schon, sich die ersten gesprochenen Worte anzuhören, Emotionen wiedergeboren, Tode wieder gestorben.
“Is this really the end or is it a new beginning? A new reality?”
Mit jungen 43 Jahren bist du von uns gegangen. Jetzt wirst du die diese Frage beantworten können. Ruhe in Frieden, mein muslimischer Bruder.
Ausbrennen (30. March 2010)
Auf der Suche nach den letzten Schimmern trägt mich der samtene Wind durch die blaue Tiefe Ich schweife ab in meinen leeren Herzschlag vergesse mich selbst vergessen längst mein letzter Augenschlag MIch selbst verirrt und verloren lasse sie gehen glänzend fallen sie von mir hinab wie ausbrennende Sternschnuppen Ergreife in ihrem Körper das Funkeln der Irrlichter Entzünde das fantastische Feuerwerk der Einsamkeit zerreisse den trüben Schleier dieser Welt Ein Rätsel ich dir bin weil meine Sehnsucht dir fremd Auf deiner Suche nach Freude treibt dich der Cognac in die Besinnungslosigkeit Reibst deinen schwitzenden Leib an fremde Menschen im Takt der leeren Melodie Auf der Suche nach Befriedigung treibt dich der Cognac in die Besinnungslosigkeit Der schwere Taktschlag treibt dich voran schwitzend dein Körper Dein Anblick ist tief in mir Teil von mir Was dir bleibt sind nur Tränen die glänzend hinab fallen ausbrennen wie Sternschnuppen Dein Blick ist trüb lässt die Welt für dich erscheinen wie Ich fliehe vor dir hinterlassen habe ich nur die Tränen Dein Anblick tief in Was bleibt sind Tränen die glänzend hinab fallen aus brennen wie Sternschnuppen Was bleibt sind Tränen die glänzend hinab fallen ausbrennen wie Sternschnuppen Alles vergänglich Vergänlich alles erscheint im Angesicht deines blassen traurigen Denn nichts ist etwas wert wenn ich deine Augen erblicke Tränen die glänzend herabfallen erinnernd an ausleuchtende Sternschnuppen Wird mir bewusst wie zerbrechlich Nichts ist mehr etwas wert erblicke ich dein Angesicht Weder wissend wer oder was ich bin vergessen auch mein letzter Augenschlag Tränen die glänzend nach unten fallen Gleichnis ausbrennender Sternschnuppen Treibend mich der Herzschlag bebend mein ganzer Körper Die Wärme spürend Ich weiß nichts mehr von letzter Nacht In dieser blauen Tiefe suchend nach funkelnder Wärme Verirrt und verloren streife ich durch die schwere Nacht Auf der Suche nach Schimmern in dieser blauen Tiefe trägt mich der samtene Wind in deine Stube Verhaltene Worte des Verlangens mir entweichen Verliere ich mich Mir nicht bewusst in welcher Schon längst vergessen die letzten Momente lockt mich die Wärme zu dir Sanfte schwache Töne des Verlangens entwichen mir Ich trete heran zu dir spüre mich nicht mehr erkenne mich längst nicht mehr
Nur
uns
ausbrennende
Sternschnuppen
