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NERD - Seeing Sounds (10. June 2008)

Krasse Übergänge, schiefer Gesang - klingt nach schlechter Musik? Nicht bei NERD, wenn sie Rock, Funk, Hip Hop, Jazz und R’N'B in einen Topf werfen. Ein bunter Mix aus der Vergangenheit, prince-hafte Anleihen hier und da. NERD macht keine schlechte Musik, sondern schafft eine Form von Pop, vor man sich nicht schämen muss.

Was schon auf den Vorgängern funktioniert hat, wird hier in neuer Variation fortgesetzt. Jeder Titel gefällt mir einfach, schon allein wegen der Unterschiedlichkeit. Ob Rock in “Happy”, Electro bei “Everyone Nose” oder Jazz-Anleihen bei “Yeah You”, es sollte für viele Geschmäcker etwas dabei sein.

Bei einem waren sie meiner Meinung nach nicht konsequent: Der Titel “Seeing Sounds” verspricht ein Erlebnis der besonderen Form: Die Synästhesie bedeutet, dass unterschiedliche Sinnesreize gemeinsam wahr genommen werden (z. B. Farben und Töne). Um diese psychedelische Wirkung zu entwickeln, hätten die Übergänge krasser, die einzelnen Sounds weniger eingängig sein müssen. Das wäre dann aber nicht mehr NERD gewesen, sondern was ganz anderes.

Leider gibt es etwas, was mich massiv stört. Vorweg: Ich erwarte keine Vorträge über Quantenphysik. Doch textlich geht das Album kaum über Liebesgeschichten hinaus, ähnlich wie bei Pharrells Soloalbum. Für ein Album mit diesem Sound, hätte ich mir zumindest in dieser Hinsicht mehr erwartet. Das wäre dann aber nicht mehr NERD gewesen, sondern was ganz anderes.

Fazit: Klare Kaufempfehlung, eines der großen Alben in diesem Jahr. Auch, wenn in Sachen Inhalt nicht viel rüber kommt.

Siedebar