Der Feind in der eigenen Stadt (12. October 2007)
Ja, der Titel mag hart klingen, aber: Letzten Samstag, am 06.10.2007, waren die Republikaner für ihren Europa-Kongress in der Mainzer Rheingoldhalle. Zu Gast war neben der österreichischen FPÖ auch der Chef der rechtsextremen belgischen “Vlaams Belang”, Philip Michel Frans Dewinter.
Hätte man sich doch einen anderen Veranstaltungsort gesucht, denn in Mainz war man nicht guter Dinge: Neben 2.000 Protestanten hat auch der Oberbürgermeister Jens Beutel (SPD) mit der Flagge “Ihr seid hier nicht willkommen” am Eisenturm klare Stellung bezogen. Kalt war’s in der Halle, der Magen blieb auch leer: Die Betreibergesellschaft CCM ließ die Klimaanlage aus, die Bewirtung wurde vom Hilton-Hotel (liegt in unmittelbarer Nähe) verweigert.
Für die 700 Teilnehmer schien das kein Problem zu sein, auch nicht für die Redner: Dewinter sprach sich gegen einen EU-Beitrag der Türkei aus - von “schleichender Landnahme”, “Einwanderer-Tsunami” und der “Vertreibung von Schweinefleisch aus Schulküchen” war die Rede. Der Gipfel: “Multikulturell” sei für ihn “multikriminell”. Fremdenfeindlich und islamophob, da gab’s großen Beifall. Gegen Homosexuelle wetterte der Vorsitzende der FPÖ, Heinz-Christian Strache, was ebenso vom Publikum angenommen wurde.
Schlagerhits wie “Ein Bett in Kornfeld” in der Pause - muss wohl wirklich der Kracher gewesen sein. Da verlor der Bundesvize der Republikaner, doch glatt das Gebiss während seiner Rede! Als wenn Gott ihm damit zum Schweigen bringen wollte…
Generell hege ich keinerlei politischen Ambitionen, aber gegen solche Fremdenfeindlichkeit, die auch mir Angst macht, muss ich wirklich etwas sagen.
Ich wünsche euch weiterhin Mitgliederschwund wie in den Jahren zuvor (von 15.000 auf mittlerweile 6.000), denn eure Partei hat weder in Mainz noch sonst wo eine Zukunft.
Via Main-Rheiner und Watchblog Islamophobie
