Cosita Buena (1. July 2008)

Die Funkstille ist gebrochen (auch wenn meine Seele noch still ist) und was gibt es nicht besseres als feurige Musik im Sommer? Durch Zufall bin ich auf das neue Album von Orishas gestoßen. Orishas? Die haben damals vor 10 Jahren neben Buena Vista Social Club einen Boom für kubanische Musik ausgelöst. Ich folge ihnen seit ihrem Erstlingswerk “Al Lo Cubano” und begeistere mich für ihre Musik: Latin Hop, eine Mischung aus Salsa, Son, Bolero und Hip Hop.
Die neu Single von Orishas, “Bruja” (spanisch “Hexe”) gefällt mir nicht ganz so gut, transportiert aber den Klang für diese Jahreszeit.
Video wird auf manche ziemlich verrückt wirken. Es ist eine Hommage an den Exploitation-Film “Faster, Pussycat! Kill! Kill!” aus dem Jahre 1965. Muss Leuten aus meiner Generation nichts sagen, ist auch kein niveauvoller Film.
Das neue Album von Orishas “Cosita Bueno” ist seit kurzem auf den Markt. Gleich zu Anfang muss ich feststellen, dass es nicht ganz so treibend ist wie seine Vorgänger. Die Gruppe geht die Sache ruhiger an, ist mehr im Hip Hop-Bereich und dem sanften Latin-Sound. Die Raps können mich seit dem Weggang von Flaco Pro (Gründungsmitglied und Miterfinder des Latin Hops) nicht begeistern, einzig der Sänger Roldàn veredelt die Platte erheblich. Für mich noch immer einer der größten Talente, wunderbare Stimme.
Das heißt ganz sicher nicht, dass die Platte schlecht ist, keineswegs. Gerade die, die bisher noch nie etwas von den Orishas gehört haben und sich für lateinamerikanische Musik begeistern, werden frische Töne erleben. Est fällt nur auf, dass sie nicht mehr ganz so wild sie wie auf den Vorgängeralben, besonders “Emigrante” und “Al Lo Cubano”. Ich bin mehr Tanguero als Salsa-Tänzer, schätze dennoch diese Rhythmen natürlich sehr.
Wie soll ich sagen: Vor dem Kauf anhören, über seinen Tellerrand schauen und kaufen.

Ich kenne “Faster, Pussycat, Kill Kill!”
Der bekannteste Film von Busenfetischist Russ Meyer.
Eine weitere Hommage an diesen Film ist Tarantinos Tratsch-und-Geschwafel-Klitsche DEATH PROOF, eine Hälfte von GRINDHOUSE.