“¿Por qué no te callas?” (11. November 2007)
“¿Por qué no te callas?”, spanisch für “Warum hälst du nicht den Mund?” ist mein persönlicher Satz des Tages der Woche.
Wo der gefallen ist? Beim aktuellen Iberoamerika-Gipfel in Chile. Hugo Chávez, Präsident Venezuelas, nimmt nicht gerne ein Blatt vor den Mund. George W. Bush ist für ihn der Teufel, gerne auch Mr. Danger oder Esel, und auch vom ehemaligen spanischen Ministerpräsident Aznar, der Bush beim Krieg im Irak unterstützt hat, hält er nicht viel. Aznar sei ein Faschist. Faschisten und Rassisten seien nicht menschlich, eine Schlange sei menschlicher; ein Tiger sei menschlicher als ein Faschist oder Rassist.
José Luis Rodríguez Zapatero, aktueller und sozialistischer Ministerpräsident Spaniens, ging in seiner Redezeit darauf ein: Aznar sei vom spanischen Volk gewählt worden und deshalb zu respektieren. Auch wenn Chavéz wie Zapatero selbst nicht die politische Ideologie Aznars teile, müsse er seine Wortwahl überdenken.
Chávez, dessen Mikro ausgeschaltet war, unterbrach Zapatero mehrfach, was dem spanischen König Don Juan Carlos I. sichtlich nervte und ihm eben die Worte “Warum hälst du nicht den Mund?” entlockte.
Grandioses Video dazu, das man auch ohne Spanisch-Kenntnisse verstehen sollte. Am besten ist schon die Geste des Königs zuvor, als wenn er Chávez Prügel androht.
Hut ab, kann ich da nur sagen. Ich halte der spanischen Krone nicht die Treue, aber Don Juan Carlos I. ist manchmal wirklich bemerkenswert. Man erinnere sich auch an den Militärputsch vom 23. Februar 1981 (23-F), als er sich in einer nationalen Fernsehansprache für die Demokratie aussprach, den Rückzug des Militärs forderte und damit den Staatsstreich noch am selben Tag beendete.
Ach und Chávez: Der soll wirklich mal die Klappe halten, genau wie Fidel Castro sind seine Reden zu lang und durchzogen von Polemik. Innenpolitisch scheint er wirklich einige positive Änderungen zu bringen, aber in der Außenpolitik einfach eine Katastrophe.

Es wurde Zeit, daß jemand diesem populistischen Westentaschencaudillo, der daheim die Demokratie abschafft, anderen Lektionen erteilt und ein lebenslängliches Amt anstrebt, über den Mund fuhr. Der spanische König hat immerhin bewiesen, daß er Demokrat ist!