Patriotismus (5. June 2008)
Ich bin eigentlich kein Freund von Fußball. Eigentlich kann ich rein gar nichts mit Mannschaftssportarten anfangen, sondern interessiere mich mehr für den Individualsport. So kommt es auch, dass ich keine Ahnung habe, wer auf dem ersten Platz in der Bundesliga ist noch auf welchem Platz sich Mainz 05 herumtreibt.
Doch wenn am Samstag die Fußball-Europameisterschaft beginnt, werde ich spätestens beim Spiel Portugal - Türkei vor dem Fernseher sitzen. Ob EM oder WM, da bin ich immer dabei.
2002, als die WM in Südkorea / Japan stattgefunden hat, habe ich für das Spiel Südkorea - Spanien meinen Spanisch-Unterricht geschwänzt. Eine herbe Enttäuschung als Südkorea dann nach dem Elfmeterschießen gewann. Meiner Meinung nach war Spanien damals klar besser, es lag nur daran, dass zwei Tore aberkannt wurden.
Meine persönlichen Favoriten in diesem Jahr sind Spanien, Portugal und Deutschland. Deutschland und Portugal sind sehr souverän aufgetreten in den bisherigen Spielen, bei Spanien waren die ersten beiden Spiele nicht wirklich der Bringer. Schade auch, dass der Allerweltsliebling Raúl nicht dabei ist.
Ganz egal wer aber gewinnt, mir geht es nur um etwas Unterhaltung und darum, meinen Nationalstolz etwas aufleben zu lassen.
Update
Zur Information: fenryl.com läuft jetzt auf der aktuellen Wordpress-Version. Ich habe das ganze aufgeschoben, weil ich dachte es gibt Probleme mit dem individuellen Theme, aber selbst das hat funktioniert. Nicht mehr als 3 Klicks und alles war wieder in Ordnung. Zumindest scheint es so, ich konnte nichts fehlerhaftes feststellen. Deshalb meine Bitte: Wenn etwas nicht funktionieren sollte, schreibt in die Kommenatre oder meldet es per E-Mail.
Ich werde morgen testen, ob inzwischen auch der Aufruf über den Internet Explorer 6 geht. Hier bricht der Browser beim Laden der Sidebar mit einem Fehler ab, was mich sehr verwundert.
Solche Einträge über das interne Leben will ich eigentlich vermeiden, daher noch etwas wertvolles: Demnächst wird es, zumindest wenn ich Unterstützung von Stas erhalte, ein neues Layout präsentieren. Eleganter und komfortabler wird es sein - lasst euch überraschen.
Das neue Backend von WP ist übrigens gar nicht mein Ding, ich bin von Anfang an mit WP Tiger Administration gefahren. Leider wird dieses Plugin nicht mehr unterstützt, es gibt aber andere wundervolle Backends wie FluencyAdmin (nutze ich gerade) oder Leopard Admin.
Nichts sein und nichts lieben (4. June 2008)
Die letzten Tage, in denen mein Leben langsam droht, ein Alltag zu werden, habe ich viel über meine persönliche Zukunft nachgedacht. Nicht, dass ich sonst nicht introspektiv bin, aber derlei Selbstzweifel sind von seltener Natur.
Dabei stelle ich mir immer wieder die Frage, ob es gewisse Werte gibt, die für ein erfülltes Leben notwendig sind. Ich meine damit nicht bloß Dinge, die wohltuend sein können, sondern spreche von einer Art Quintessenz. Ich verwehre mich solchen Dogmen und halte es gerne wie Picasso:
“Wenn es nur eine einzige Wahrheit gäbe, könnte man nicht hundert Bilder über das selbe Thema malen.”
Erst vor einer Woche war ich während eines Kurzurlaubs in Spanien und hatte die Möglichkeit, Zeit mit meinem jüngsten Neffen (2 Jahre, bald 3) zu verbringen. Dabei ist mir wieder klar geworden, welcher Segen Kinder sein können. Egal wie nervtötend ihr Weinen auf Dauer ist, ihr Lachen überschattet alles negative. Die ersten Schritte, die ersten Worte, der Lernprozess des Sprechens, all das sind wunderbare Momente, wie man sie sonst nicht erlebt.
Ob ich jemals ein Vater sein werde, überhaupt ein guter? Ich höre immer wieder, dass ich kinderlieb bin und eine gute Vaterfigur abgeben würde. Die Chancen, die ich in der Liebe hatte, habe ich alle nur halbherzig genutzt. Ich werde mehr und mehr kalt in dieser Hinsicht, würdige selbst schönen Frauen keinen Blick mehr. Sind es die schlechten Erfahrungen? Weniger das, auch nicht, dass ich in meiner Familie kaum Zuneigung gespürt habe. Es sind viel mehr die Erwartungen, die ich an die Liebe gestellt habe. Gedichte und Lieder waren es, die mir ein Bild vermittelt haben, was nicht mit der Realität übereinstimmen kann. Eine Vereinigung zweier Seelen, körperlich und geistig, die die Grenzen des Bewusstseins übersteigt und zu meinem Seelenheil mündet. Das ist schwer zu finden, überhaupt schwer zu fühlen, wenn man nicht bei der Sache ist.
Ich kann nicht ergründen, warum mir die Einsamkeit so attraktiv erscheint. Diese Zeilen sollen auch keine Kapitulation sein, ich stelle nicht meine Existenz in Frage. Jedoch gibt es zarte Momente, in denen mein Herz etwas warmes von sich gibt, wie sonst nie. Leider kann ich mich nicht erwärmen, diese Augenblicke zu übersteigen.
>Alles was mir bleibt, in diesen Zustand zu schwelgen, sind meine Gedanken, die ich in meinem Tagebuch verewige, in Versen und Geschichten niederbringe. Aber meine rege Brieffreundschaft mit der Liebe nimmt langsam ein Ende. Noch summe ich die Melodie auf meinen Lippen, doch werde immer leiser, bis ich vielleicht eines Tages verstumme.
Wenn die Menschen wirklich wüssten, was mein größter Wunschtraum ist. Dieser bricht alle vorstellbaren Grenzen. Ich werde ihn aber mit niemanden teilen, da er im Diesseits keinen Wert hat. Gegen ihn ist sogar die Liebe für einen Kühlschrank wie mich erreichbar.
Dumm und unfähig komme ich mir vor, fast schon hilflos, wenn ich meine Eskapaden mit der Liebe durch den Kopf gehen lassen. Bin ich unentschlossen? Ist es noch zu früh, sich tatsächlich für einen Weg zu entscheiden? Einsamkeit verlangt Standhaftigkeit und Kraft, sonst verkümmert die Seele. Zeigt sich schon der erste Schimmel?
Momente wie diese sind es, in denen ich alle tausend Schleier dieser Welt zerreissen möchte, damit wir alle wirklich sehen können. Dabei sind diese nur Schleier zwischen mir und der Wahrheit, nicht zwischen der Wahrheit und mir.
“Nichts sein und nichts lieben, ist identisch.”, Ludwig Feuerbach. Zitat des Tages bei Wikiquote, wie passend.
Yves Saint Laurent ist tot (2. June 2008)
Etwas unerwartet - im Alter von 71 Jahren - ist Yves Saint Laurent gestern an Krebs verstorben.
Dieser große Modeschöpfer, der Dior vor dem finanziellen Ruin bewahrte, lebte seit seinem Abtritt im Jahre 2002 sehr zurückgezogen in Paris. Gebeutelt von Depressionen, wollte sich der introvertierte Geist mehr der Malerei widmen.
Ich schätze ihn als einen wahren Künstler, der Tabus gebrochen hat und durch seine Hosenanzüge der selbstbewussten Frau den Weg geebnet hat. Im heutigen Geschäftsleben sind diese Anzüge kaum mehr weg zu denken.
Transparente Materialien, die er als einer der ersten präsentiert hat, sieht man heute noch kaum in der Öffentlichkeit. Ein Künstler auch deshalb, weil die moderne Malerei (Pop Art, Kubismus, Fauvismus) starken Einfluss auf seine Mode hatte.
Was aber wirklich mein Interesse an dieser Person geweckt hat, waren seine Brillen, die für mich seinen Charakter einfangen.

Ruhe in Frieden, Yves.
