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Muslims in Flitterwochen: Terrorverdächtig (29. October 2007)

Was man sich bei dieser Aktion gedacht hat, würde ich auch gerne wissen: Polizeieinsatz wegen zwei Muslimen, die in Walsrode Flitterwochen machten.

Ich zitiere dabei aus dem Blog von Musafira:

Am Donnerstagabend hatten wir grade eine Partie Scrabble beendet, die ich leider verloren habe. Ich bin eine ganz schlechte Verliererin und legte mich aufs Sofa. Omar ging ins Bad, als es heftig an der Haustür klopfte. Ich schrak auf, konnte mich aber vor Herzklopfen nicht rühren. Dann klopfte es ein zweites Mal heftig. Omar eilte schon aus dem Badezimmer und rief mir zu, dass er an die Tür gehen würde. Ich versuchte mir noch schnell mein Gebetskleid überzuziehen, da ich in dem Moment natürlich kein Kopftuch trug.

Omar rief unterdessen “Einen Augenblick, bitte” in Richtung Tür und schaute durch den Vorhang der vor der Glastür hing. “Polizei, bitte aufmachen” rief es von draußen. Omar schloss die Tür auf und öffnete die Tür, als die Polizei auch schon in das Haus stürmte. Omar hielt einen Arm vor die Tür mit der Bitte “Einen Augenblick, meine Frau zieht sich grade an”. Ein großer Polizist in schusssicherer Kleidung drückte seinen Arm weg und ein älterer grauhaariger Herr (der befehlsführende Beamte) hielt Omar seine Dienstmarke vor das Gesicht. Der große und zwei andere Beamte preschten in der Zeit voran in das Haus. Der ältere Herr kam mit Omar in den Wohnraum. In der Zeit hatte ich es noch geschafft, mich anzuziehen und ging auf den Beamten zu und streckte ihm meine Hand zur Begrüßung entgegen, was aber nicht erwidert wurde. Omar und ich mussten uns dann hinsetzen aufs Sofa, während das Haus durchsucht wurde. Mindestens zwei Beamte gingen nach oben in die Schlafzimmer und kamen nach einer halben Minute wieder nach unten. Ein Beamter schaute sich die Walsroder Tageszeitung an, die auf einem Tisch lag. Wir hatten sie am selben Tag in einem nahegelegenen Dorf gekauft. Wir können uns beide nicht erinnern, dass das Badezimmer durchsucht wurde.

Weiter im Original-Blog-Eintrag

Vom Tango (28. October 2007)

“Vom Tango” ist der erste und einleitende Teil des Zyklus, der sich mit Fragmenten aus meinem Leben befasst. Diese Kurzgeschichte ist deshalb dementsprechend alt und schildert ein Ereignis, welches ebenso lange zurück liegt. Ich messe dieser Erfahrung sehr viel Bedeutung bei, genau wie diesen Zeilen. Tango, das ist nicht Tanz, das ist Ritual.




Den ganzen Abend lang sitze ich bereits hier. In meiner rechten Hand das Glas, gefüllt mit Martini, an dem ich nippe. Mein Bein rührt sich zum Takt des langsamen Tangos. Mein Auge fängt Dich ein. Ich beobachte, wie Du langsam zu einem Tisch gleitest. Einsam hast du Platz genommen, schaust Du voller Sehnsucht zu den Tanzenden. Mein Blick ruht fest auf Dir, Du erwiderst ihn schließlich. Ich schreite zu Dir und fordere dich zum Tanz auf, denn es ist unser Begehr. Selbst wenn Du nicht tanzen kannst, den Rhythmus bestimmen unsere Herzen, nicht das spielende Orchester. Du nimmst meine Hand und folgst mir auf die Tanzfläche. So komm näher zu mir, lass Dich von meiner Sehnsucht umschließen. Auch Du verlangst danach und drückst unsere Rümpfe aneinander. So nah beinander, kann ich Deinen Herzschlag spüren. Langsam und trist schlägt es vor sich hin, unerfüllte Gefühle, die sich in Dir regen. Bittere Erfahrungen, die sich in Deinen Augen spiegeln, die auch in mir leben. In der Luft liegt sie, die Melancholie, die wir beide versprühen.

Träge beginnt das nächste Lied. Unsere Leiber aneinander geschmiegt, läuten wir die Nacht ein. Meine Lippen verlangen nach den Deinigen, zart erwiderst Du den Kuss. Während sich unsere Zungen berühren, streicht meine Hand deinen Körper entlang. Ich umfasse deinen Oberschenkel und presse so Dein Becken sanft gegen meine Hüften. Fast wie im Liebesakt sind wir vereint. Der Kuss löst sich, ich liebkose mit dem Mund Deinen Hals, du legst die Arme um mich, schließt mich fest an Dich. Ich verliere mich in Dir, vergesse alles um mich. Schon längst verdrängt der Schmerz der Vergangenheit, bist Du es, der ich mein Seelenheil Überlasse. Deine Lippen umschlingen mich, Du schreist nach mehr, bettest deinen Körper noch enger an mich. Eine Hitzewelle steigt in mir auf, die Leidenschaft nimmt Gestalt an. Dein Atem wird schneller, ich kann es spüren. Meine Zunge erkundet Dich, der süßliche Geschmack Deiner weichen Haut liegt in mir. Meine rechte Hand an Deinem Rücken, lasse ich Dich hinab gleiten und drücke Deinen Unterleib fest an Mich. Deine Augen geschlossen, gibst Du Dich mir hin und lässt es geschehen. In mir erlebe ich Gefühle, fern von dem, was ich kannte. Instinkte sind es, die mich kontrollieren. Wir schwingen Über das Parkett, schweißgebadet sind wir. Doch das ist egal in unserem Liebesspiel.

Tipp: Y Societys neues Album

Die Zeiten haben sich geändert – Musik hat sich geändert, Hip Hop hat sich geändert. Früher waren sie die stilbildenden Gruppen, heute schimpft man sie als Musik für die “Backpacker” und Inspiration für “Stundenten-Rapper”. Was man stattdessen im Fernsehen sieht, sind häufig Karrikaturen – triebgesteuerte Superpimps mit schnellen Autos, der tristen Villa und den willenlosen Biatches. Langsam scheint es eine Trendwende zu geben, hat nicht zuletzt Kanye West gegen 50 Cent im Rennen der Plattenverkäufe gewonnen. Ob das in Hinblick auf den wirklich intelligenten Hip Hop aus den 90ern eine Wahl zwischen Pest und Cholera ist, soll an anderer Stelle diskutiert werden.

Ich für meinen Teil kann ihn nicht loslassen, den Rap von damals: A Tribe Called Quest, Rakim, Slum Village, Pete Rock & C.L. Smooth, De La Soul… Selbst die Gangster-Rapper wie N.W.A oder Mobb Deep hat zu diesen Zeiten noch innovative Texte und eindrucksvolle Produktionen. Heute wird man abgespeist mit den ewig selben Themen und den selben primitiven Beats… Es ist nicht mehr feierlich. Und, ehe jemand aufschreit: Ausnahmen bestätigen die Regel.

Die Suche gestaltet nach der Essenz ist bisweilen beschwerlich, rufe mir dabei die Zeilen von Westernhagen hervor: “War nie wirklich weg, hab mich nur versteckt.” Verstecken braucht man sich wirklich nicht, denn im stinkenden Maul vom heutigen Hip Hop wirkt der vermeintliche Untergrund frisch wie Kaugummi.

Eins dieser Spearmints möchte ich euch heute präsentieren: Y Society mit ihrem Album Travel At Your Own Pace, erschienen am 9. Oktober 2007.

Y Society - Travel At Your Own Pace

Kurz zu den Personalien der agierenden Künstler: Verantwortlich sind Insight (MC und Producer) und Damu the Fudgemunk (DJ und Producer). Und das was sie abliefern, weiß zu gefallen.

Treibende, roughe Drums, gewürzt mit Jazz-Trompeten mit einer Brise Scratches ergeben ein Beatmeisterwerk mit der Note der Old-Schoolzeiten á la Pete Rock. Dennoch ist der Geschmack frisch, da innovative Samples einfließen und Insight mit sehr guten Flow das ganze veredelt. Was man besonders bei vielen Mainstream-Album vermisst: Eine homogene, dennoch individuelle Sound-Kulisse. Jeder Track für sich ein eigenständiges Werk, bildet das Album in seiner Gesamtheit ein einheitliches Muster.

Zum Reinhören:

Y SocietyThis is an Introduction

Y SocietyNever Off (On & On)

Die Tracks im last.fm-Player geben euch einen kleinen Einblick. Wenn es euch gefällt, kauft es euch bei Amazon oder im Plattenladen eures Vertrauens. Ich kann’s nur empfehlen!

Daft Punk – Alive 2007 (27. October 2007)

Daft Punks neues Live-Album “Alive 2007″ wird am 19.11.2007 in den Läden stehen. Coole Sache: Was ich sonst nur von Youtube kenne und hier auch rege nutze, gibt’s jetzt auch mit Websites:

Daft Punk sind da mit die ersten, die diesen Dienst nutzen.

Ich hatte leider nicht die Möglichkeit, Daft Punk live zu sehen und werde mir das Album wohl zulegen. Man kann über die Micro-Page auch in zwei Tracks ‘reinhören – empfehlenswert.

So soll’s sein: NPD unerwünscht (25. October 2007)

Nachdem ein Hotelbetreiber erfahren hatte, dass zwei Herren der NPD-Fraktion Zimmer reserviert hatten, hat er dies doch glatt abgelehnt und folgenden Brief versendet:

NPD Fraktion im Sächsischen Landtag Herren H. Apfel und A. Delle Bernhard-von-Lindenau-Platz 1 01067 Dresden

Dresden, 18. Oktober 2007

Ihre Zimmerreservierung im Holiday Inn Dresden

Sehr geehrter Herr Apfel,
sehr geehrter Herr Delle,

wir erhielten heute Ihre über www.hotel.de getätigte Reservierung für den 7. November 2007 und sind einigermassen erstaunt, dass Sie ausgerechnet ein amerikanisches Hotelunternehmen mit ausländisch klingendem Namen bevorzugen.

Da Sie in unserem Hause nicht willkommen sind und ich es auch meinen Mitarbeitern nicht zumuten kann, Sie zu begrüssen und zu bedienen, haben wir hotel.de gebeten, die Buchung zu stornieren.

Sollte dies aus vertraglichen Gründen nicht möglich sein, darf ich Sie darauf hinweisen, dass ich sämtliche in unserem Hause durch Sie getätigten Umsätze unmittelbar als Spende an die Dresdner Synagoge weiterleiten werde. Betrachten Sie dies als kleinen Beitrag zur Wiedergutmachung für die Schäden, die Ihre damaligen Gesinnungsgenossen der Synagoge und vor allem ihren früheren Besuchern zugefügt haben.

Eine Kopie dieses Schreibens leiten wir an die Dresdner Presse weiter.

In der Hoffung, daß Sie eine zu Ihnen passende Unterkunft finden und uns Ihr Besuch erspart bleibt verbleiben wir

mit freundlichen Grüssen
MACRANDER HOTELS GmbH & Co. KG

Johannes H. Lohmeyer
Geschäftsführer

So muss man hier Stellung beziehen und nicht anders.

Via Mangoomangoo

Common – “I Want You” Video (24. October 2007)

Ich muss sagen, dass Common guten Geschmack bei der Auswahl der Singles beweist.

Der Song gehört zu meinen Lieblingen auf “Finding Forever”, besonders wegen dem Endpart, in dem “Feel’ Like Makin’ Love” von Roberta Flack (hier die Interpretation von Bob James), gesamplet wurde. Einige berühmte Gesichter, etwa Kanye West und Alicia Keys, sind auch im Video vetreten.

Kuriose Ferkelei (22. October 2007)

Neulich ist mir bei GoogleAnalytics, mit dem ich meine Besucherzahlen auswerte, folgendes bei den Suchbegriffen aufgefallen unter gekommen:

Schweinerei.jpg

Da hat sich doch tatsächlich einer deshalb auf meine Seite verloren, wahrscheinlich aufgrund des Artikels Esel und Kamele. Welch’ kuriose Ferkelei!

Böse islamophobe Zungen würden behaupten, dass das wohl ein alter Musel war…

Herbstblatt (20. October 2007)

An einem dieser Abende in dieser Woche, bin ich wie immer zu meinem Auto in die Tiefgarage. Ein kurzer schweifender Blick hinab zu meiner Stoßstange: Ein welkes Herbstblatte hatte sich an diesen dunklen Ort verirrt. Gepackt vom Mitleid, ließ ich es auf meinem Beifahrersitz Platz nehmen. Auf der Fahrt, unachtsam und in Gedanken, wäre es bei hohen Geschwindigkeiten und offenem Fenster fast davon geflogen. Wäre dies geschehen, hätte es im kalten Asphalt sein Ende gefunden.

Zu Hause angekommen, ließ ich es in der Grünanlage zurück, zwischen all dem anderen Herbstlaub. Einsam sterben, das will keiner von uns, selbst ich will unter dem offenen Meer der Sternen meine Ruhe finden.

In einer Welt und Gesellschaft wie dieser, wird man sich sagen, dass mein Akt der eines Wirren war. Mir zeigt es nur, dass ich trotz des Kriegstreibens noch nicht zum Berserker verkommen bin.

Nas und “Nigger” (19. October 2007)

Nas, einer der bekanntesten Rapper weltweit, veröffentlich noch dieses Jahr sein neuntes Album mit dem Titel “Nigger”. Dementierte sein Label Def Jam, dass ein Album mit dem Titel “Nigga” in der Pipeline sei, meldet sich Mr. Jones nun selbst zu Wort:

“I wanna make the word easy on muthafuckas’ ears. You see how white boys ain’t mad at ‘cracker’ ’cause it don’t have the same [sting] as ‘nigger’? I want ‘nigger’ to have less meaning [than] ‘cracker.’ With all the bullshit that’s going on in the world, racism is at its peak. I wanna do the shit that’s not being done. I wanna be the artist who ain’t out. I wanna make the music I wanna hear. [...] We’re taking power from the word. No disrespect to none of them who were part of the civil-rights movement, but some of my niggas in the streets don’t know who [civil-rights activist] Medgar Evers was. I love Medgar Evers, but some of the niggas in the streets don’t know Medgar Evers, they know who Nas is. And to my older people who don’t now who Nas is and who don’t know what a street disciple is, stay outta this muthafuckin’ conversation. We’ll talk to you when we’re ready. Right now, we’re on a whole new movement. We’re taking power from that word.”

Quelle: mtv.com

Eines, das stimmt: Rassismus ist nach wie vor ein aktuelles Thema, egal ob hier oder den USA. Der Begriff “Nigger” verliert aber nicht an Schärfe und Ausdruck, wenn man sich selbst damit betitelt – ob negativ oder positiv. Tupac Shakur hat es mit diesen Zeilen aus “When Thugz Cry” zum Ausdruck gebracht:

“We went from brothers and sisters, to niggaz and bitches
We went from welfare living, to world-wide riches”

Es geht mir nicht darum, micht als Aktivist zu profilieren, aber ich glaube, wenn ich zu Nas gehen würde und ihn mit: “Yo Nigga, what’s crackin’?” ansprechen würde, hätte das mehr als nur einen faden Beigeschmack. Der Begriff entstammt nicht Schwarzen, sondern hat einen rassistischen Hintergrund, geprägt von der Sklaverei. Es waren mutige Menschen , besonders populär sind hier Malcolm X und Martin Luther King, die sich für die Rechte ihrer Mitmenschen eingesetzt haben und ihr Leben auf’s Spiel gesetzt haben, dass dieser Begriff aus dem Alltag verschwindet. Dessen ist sich Nas sicherlich bewusst, um so mehr verwundert mich sein Versuch, mit diesem Albumtitel eine neue Bewegung zu starten. “Stay outta this muthafuckin’ conversation” – sucht er damit street credibility oder was soll das für eine Rhetorik sein?

Übrigens: Produziert wird u. a. von Diddy und Jermaine Dupri, von Premo fehlt erneut jede Spur – spricht das vielleicht schon für die Qualität des Albums? Ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen, finde ich den Albumtitel verdammt unglücklich gewählt.

Im Anbetracht der Diskussion stimmt vielleicht einige Bill Cosbys Auftritt bei Oprah Winfrey nachdenklich…

Luther Vandross – A House Is Not A Home (18. October 2007)

Einfach perfekter Auftritt von Luther Vandross. Übrigens das Sample, was Kanye West in “Slow Jamz” verwendet hat.

Doo doo doo doo doo
Doo doo doo doo doo doo doo doo doo
Doo doo doo doo doo doo doo doo doo doo doo
Oh…oh…oh…oh…oh…

A chair is still a chair, even when there’s no one sittin’ there
But a chair is not a house and a house is not a home
When there’s no one there to hold you tight
And no one there you can kiss goodnight

Whoa…oh…oh…oh…oh…oh…oh…
Girl

A room is a still a room, even when there’s nothin’ there but gloom
But a room is not a house and a house is not a home
When the two of us are far apart
And one of us has a broken heart

Now and then I call your name
And suddenly your face appears
But it’s just a crazy game
When it ends, it ends in tears

Pretty little darling, have a heart, don’t let one mistake keep us apart
I’m not meant to live alone, turn this house into a home
When I climb the stairs and turn the key
Oh, please be there, sayin’ that you’re still in love with me, yeah…

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