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Fastender Einzelkämpfer (25. September 2007)

Derzeit ist der Monat Ramadan, für mich die intensivste Zeit des Jahres. Da ich weder Geburtstag noch Weihnachten feiere, gibt es keine wirkliche Jahreszeit, die mit einem festen Ritual verbunden ist. Deshalb verspüre ich immer eine Vorfreude, wenn ich mit dem Fasten beginnen kann.

Der Monat Ramadan - dieses Mal vom 13. September bis 11. Oktober - bedeutet für mich nicht nur der Verzicht auf Essen und Trinken während des Sonnenstands, sondern auch Zeit, um tiefer in mich zu gehen. Obwohl ich das bereits jeden Tag tue, achte ich im Ramadan besonders darauf. Das Fasten selbst war noch nie ein Problem für mich, wesentlich anstrengender sind die ständigen Kommentare. Etwas, was mich mit jungen Konvertiten verbindet. Es wird einem nachgesagt, dass man ein Fanatiker ist. Dem entgegne ich, dass mein Fasten viel weniger religiöser, sondern persönlicher Natur ist. Überhaupt: Warum sieht man gar nicht die Willensstärke hinter dem Fasten? Was will man aber auch anderes von den Menschen erwarten? Manch einer nennt mich “Öko”, weil ich täglich Sojamilch trinke - onwohl hier meine Laktoseintoleranz vordergründig ist, genau wie andere Aspekte, die aus einer gesundheitsbewussten Ernährung resultieren. Und selbst wenn ich dies tun würde, weil ich davon überzeugt bin, dass Kühe nicht an Melkmaschinen gehören: Was ist das Problem? Ich gehöre damit nicht zu den militanten Aktvisten, die zweifelhafte Methoden zur Durchsetzung ihrer Ideale anwenden.

Ich bin keiner von denen, die während des Fastens klagen und jammern. Ich neige auch nicht dazu, meine Arbeit oder meine privaten Angelegenheit langsamer oder ruhiger angehen zu lassen. Ganz im Gegenteil: Ich gebe weiterhein mein bestmöglichstes um das geforderte Ziel zu erreichen. Der Frage: “Wie schaffst du das?” weiß ich nichts zu entgegnen: Ich erkenne das Problem gar nicht.

Meine Ernährung ist mehr oder weniger strikt. Ich trinke Sojamilch, Wasser, Tee und Säfte (bevorzugt Apfelsaftschorle). Manchmal gönne ich mir einen Espresso, was aber auch sehr stark nachgelassen hat. Ich esse wenig Fleisch, in erster Linie Geflügel und Fisch bzw. Meeresfrüchte. Rindfleisch ist eine Seltenheit geworden, Schweinefleisch ein Tabu. Früchte sind fester Bestandteil. Schokolade, da esse ich meistens einen Riegel mit Vollkorn, selten mal Bitterschokolade. Milchschokolade, Gummibärchen und der Rest finden keinen Platz mehr. Ansonsten bilden Müslis, (Soja)puddings, Brot und Reis einen weiteren Bestandteil meines Ernährungsplans.

Durch meine Art und Weise des Essens, betreibe ich auch das Fasten mit einer gewissen Leichtigkeit. Mein Magen knurrt nicht, meine Kehle wird nur durch das häufige Telefonieren trocken. Aber hier wird mir eines deutlich bewusst: No es ningún mérito noble (es ist keine noble Leistung).

Es ist keine noble Leistung, weil es keine Leistung erfordert. Der erste Tag - ich gebe zu - war eine gewisse Umstellung. Ansonsten empfinde ich es nicht als Anstrengung: Erst heute war ich wieder 20 Minuten gemeinsam mit dem Hund meiner Schwester joggen. Ich war danach nicht erschöpft, auch wenn ich seit über 12 Stunden nichts mehr getrunken und gegessen hatte.

Ich möchte keine Bewunderung bei den Lesern hervorrufen, denn ich persönlich empfinde keinen Stolz für mein Handeln. Im Gegenteil, es stimmt mich sehr nachdenklich. Verzicht, das kann ich nicht bloß mit dem Fasten verbinden. Ich verzichte auch auf andere Dinge… und damit meine ich nicht die Kuhmilch…

Karl Lagerfeld, für mich besonders durch seine Eigenwilligkeit ein prägender Charakter, sagte einmal: “Für mich ist Einsamkeit der Höhepunkt des Luxus. Ich brauche Zeit für mich selber, sonst wäre ich nicht das, was ich bin.” Auch für mich gilt das. Diese Sätze und andere sind es, die mich beflügeln, gleichzeitig aber auch an den Abgrund treiben - vor dem Abgrund muss ich mich nicht fürchten, meinen Flügeln sei dank. Mit diesen Gedanken beziehe ich klare Stellung zu zwei, für viele zentrale Werte: Liebe und Gemeinschaft. Ganz klar: Ich hasse weder Liebe noch Gemeinschaft, ich arbeite nicht gegen sie und hege keinerlei Pläne dieser Art. Ich unterstütze die Gemeinschaft, spende Geld und leiste Menschen seelischen Beistand. Dennoch pflege ich es, Abstand zu halten und nicht zu privat zu werden, zumindest nicht öffentlich offensichtlich.

Der ein oder andere wird sich denken: “Oh Gott, wie kann man so glücklick werden, ist das nicht schrecklich allein?” Es gibt Momente, da geht es mir in der Einsamkeit nicht gut, doch in der Gesellschaft, da geht es mir noch schlechter. Es hat nichts mit fehlenden Möglichkeiten zu tun, auch was die Liebe angeht, gilt das nicht. Jeden Tag begegne ich Frauen, alle für sich begehrenswert, die ein oder andere auch an mir interessiert. Gott weiß auch, welche Unternehmungen ich veranstaltet habe; Zweisamkeit bei Kerzenschein, kein Einzelfall. Unzählige Zeilen darüber in meinem Tagebuch. Gedichte, die mehr als nur ein Herz gebrochen haben.

Ich versuche mich zu erinnern, an die Zeiten, in denen Liebe mehr als nur ein Gedankengang war, in greifbarer Nähe. Zarte Annäherungsveruche entflammen Herzen, schaffen Abhängigkeit. Trunken, nicht vom Wein, sondern vom Weib - ein wohliges Gefühl im Bauch, was bei mir aber schnell der ernüchternen Einengung weicht. Denn es bleibt nicht bei einem Spaziergang in mondener Nacht, sondern sucht seine Fortsetzung. Telefonate folgen, zerstören das sinnliches Verlangen durch Gespräche voller Floskeln. Was mir zu viel wird, ist dem anderen zu wenig. Wer außer mir sollte es verübeln? Wenn man den anderen liebt, will man jeden Atemzug gemeinsam verbringen. Andere bezeugen das in erster Linie durch den Austausch von Worten, für mich liegt die Ästhetik in simplen Gesten… Vielleicht bin ich auch nur gefangen in meiner eigenwilligen Welt, die sich von Gedichten, Melodien und Kunstwerken nährt.

Un romántico sin esperanza - ein hoffnungsloser Romantiker oder ein Romantiker ohne Hoffnung? Letztenendes, ojala, kann auch ich nicht die Zukunft bestimmen. Ich vertraue auf das Schicksal, möge Gott für mich entscheiden. Derzeit ist die Einsamkeit für mich der bestmögliche Zustand. Zugeständnisse oder Kompromisse kommen nicht in Frage. Die halbe Welt arrangiert sich mit den Umständen, für mich unerträglich.

“Die Beobachtungen und Begegnisse des Einsam-Stummen sind zugleich verschwommener und eindringlicher als die des Geselligen, seine Gedanken schwerer, wunderlicher und nie ohne einen Anflug von Traurigkeit. Bilder und Wahrnehmungen, die mit einem Blick, einem Lachen, einem Urteilsaustausch leichthin abzutun wären, beschäftigen ihn über Gebühr, vertiefen sich im Schweigen, werden bedeutsam, Erlebnis, Abenteuer, Gefühl. Einsamkeit zeitigt das Originale, das
gewagt und befremdend Schöne, das Gedicht. Einsamkeit zeitigt aber auch das Verkehrte, das Unverhältnismäßige, das Absurde und Unerlaubte.”

Thomas Mann, “Der Tod in Venedig”

Graduation bricht Verkaufsrekorde (19. September 2007)

Tja, ich hatte ja letzte Woche schon die offiziellen Verkaufszahlen von Kanye Wests Album “Graduation” und 50 Cents “Curtis” versprochen, diese Woche sind sie endlich da.

Kanye West - Graduation: 930.251Einheiten

50 Cent - Curtis: 659.682 Einheiten.

Kanye West ist damit der erste, der seit 2005 innerhalb der ersten Woche mehr als 800.000 CDs verkauft - den Rekord hat er damals mit seinem Album “Late Registration” aufgestellt. Kaum zu fassen…

Und deshalb an dieser Stelle ein sehr lustiges Video von den diesjährigen Emmy-Verleihungen, in dem Kanye und Rainn Wilson gegeneinander antreten. Letzteren kennen vielleicht einige aus der Serie “The Office” - “Stromberg” ist letztlich nur der Abklatsch dieser Serie.

Kanyes Abschlussfeier (14. September 2007)

“So they ask me - why you call it ‘Late Registration’ ‘Ye? Cause we takin these muh’fuckers back to school”

So hieß es noch auf seinem zweiten Werk “Late Registration” - eine klare Ansage, die sich größtensteils auch erfüllte. Jetzt, ganze zwei Jahre danach, ist Kanye West bei seinem Abschluss angelangt. Im Opener “Good Morning” heißt es: “Some people graduate, but we still stupid” - trifft das auch auf den Louis Vuitton Don selbst zu? Wer hier eine sauber ausgearbeitete Abschlussarbeit erwartet, hat sich geschnitten: Das ist wohl mehr die Graduation party, nichts mehr mit großartigem Tiefgang und Belehrung.

Kanye war noch nie der Typ, der Consciousness in seiner Reinkultur repräsentiert hat. Kanye ist mehr der smarte Rapper, ein Gegengewicht zu all den Gangster-Rappern. Der sympathische Backpacker mit dem Vuitton-Ranzen und dem gewissen Schuss an Selbstverliebtheit. Gerade letzteres hat bei diesem Werk stark Überhand genommen. Manchmal fragt man sich: An wen richtet sich das Album, an die Fans oder an die Hater? Warum sonst erwähnt er so oft, wie toll er doch ist und wie wenig ihn die anderen können? Dabei kann er sich, nachdem er jetzt sogar 50 Cent verkaufstechnisch überholt hat, eines ganz sicher sein: Andere Rapper machen ihm so schnell nicht etwas vor. Wahrscheinlich wird er aber, wie andere bereits zuvor, sein Schickal selbst besiegeln. Nicht zuletzt tragen solche Ausraster wie bei den diesjährigen VMAs dazu bei, dass sich der Widerstand regt.

Fangen wir mit den guten Seiten an: “Stronger” ist mittlerweile weit bekannt und wird von vielen als perfekte Fusion zwischen Electronica und Hip Hop gesehen. Als Daft Punk-Fan der ich bin, muss ich mich dem anschließen. Wenn Coldplays Chris Martin auf “Homecoming” gemeinsam mit ihm seine Heimatstadt Chicago besingt, freue ich mich auch über diese ungewöhliche Collabo. Ich denke auch, dass “Big Brother” sich mit der Zeit zu einem Classic mausern wird. Kanye schmiert seinem großen Bruder Jay-Z nicht bloß Honig um’s Maul, sondern äußert auch seine Kritik ihm gegenüber - das hat man selten erlebt, der Inhalt wird mit dem Beat nur unterstrichen. Dwele, auf dessen nächstes Album ich gespannt warte, verfeinert “Flashing Lights” umgemein. Das gilt auch noch für “I Wonder”, was in meinen Augen hauptsächlich von dem Sample des englischen Poeten Labei Sffir lebt.

Bei dein anderen Songs, da kommt mir mein Stirnrunzeln: Vom Mos Def-Joint “Drunk And Hot Girls” habe ich mir jede Menge erhofft, nur kann ich damit gar nichts anfangen. Es wird auf einem gelangweilten Beat über betrunkene Bitches gejault. Kein zweites Ms. Fat Booty. Beide beweisen aber auf “Good Night”, was eine fruchtbare Zusammenarbeit ist - hat es leider nicht auf’s Album geschafft, sondern nur als Bonus für iTunes sowie die UK- und Japanversion. Von “Two Words” auf Yeezes Erstlingswerk ganz zu schweigen.

Das Prädikat “Langweilig” trifft auf “Barry Bonds” zu: Gemeinsam mit Lil’ Wayne wird die Großartigkeit der beiden besungen. Das auf einem monotonen Beat mit ebenfalls monotonen Flow. Da fragt man sich, welcher Teufel Kanye zu diesen Feature geritten hat. Ich kann den Hype um den Typen gar nicht verstehen, rappt er für mich wie eine heisere Krähe, die kurz vor dem Ableben steht. “Good Night” gehört zu einem der besseren Songs, wobei man T-Pain mit John Legend ersetzen sollte.

Wo sind sie eigentlich, seine Musiker von G.O.O.D Music? Warum ein Lil’ Wayne, aber kein Consequence? Wo sind Common und Lupe Fiasco? Warum kein Platz für die wie sonst? Und wenn schon neue Artists, warum diese uninspirierten Plastikfiguren? Vielleicht, weil sie zu seinen Produktionen passen. Scheinbar hat Kanye seine helle Freude an Dirty Souths-VSTs - wie sonst lassen sich die Strings erklären, die eine Vielzahl der Songs überziehen? Da war DJ Toomp, der Hausproduzent von T.I., zu viel am Werk. Lieber hätte Ye erneut mit dem Filmkomponisten Jon Brion zusammenarbeiten sollen, der für die voluminösen Streicher auf dem Vorgänger verantwortlich war.

Meine Wertung:

3,5 / 5

Kein schlechtes Album, geht schnell ins Ohr, aber von Mr. West habe ich mir wesentlich mehr erwartet. Es ist immer wichtig, dass ein Künstler neue Wege geht. Mit neu meine ich aber innovativ. Kanye West wird geschätzt von der Musikerwelt - warum nutzt er das nicht aus? Chris Martin ist ein guter Anfang, genau wie Adam Levine zwei Jahre zuvor. Da muss Kanye ansetzen und seine Stärken ausspielen. G.O.O.D Music, das ist sein Label, darauf sind seine Artists, die den richtigen Flavour mitbringen. Kanye enttäuscht mehr, als dass er mit Lil’ Wayne und T-Pain überrascht. Jeder sollte sich sein eigenes Urteil bilden, obwohl ich gerade bei eingefleischen Fans ein mulmiges Gefühl erwarte.

Kanyes neue Single: Good Life (12. September 2007)

Kaum zu glauben, Kanyes neue Single steht in den Startlöchern samt Video: Good Life feat. T-Pain.

Mal ganz unter uns: Haltet ihr T-Pain genau wie ich für einen belanglosen Typ, der ohne Talkbox noch weniger wäre? T-Pain sollte sich an Stevie Wonder ein Beispiel nehmen:

Besonders empfehle ich dieses Video, in dem Stevie “Papa Was A Roling Stone” von The Temptations zu besten gibt. Das haut sogar die Talkbox-Synthies von Daft Punk in den Boden.

Wenn wir gerade bei French House sind: Einigen wird die Ähnlichkeit des Videos mit dem von Justices “D.A.N.C.E” aufgefallen sein.

Hintergrund ist der, das bei beiden Videos die selben Regisseure am Werk waren. Die beiden Franzosen Jonas&Francois sind wirklich große Talente und sollen, laut einem Interview mit Justice, nicht älter als 20 Jahre alt sein.

Hier noch ein Video der beiden:

Ach und nicht vergessen: Kanye liegt bei den Vorbestellungen derzeit vor 50 Cent. Ende der Woche folgen dann die wirklichen Verkaufszahlen.

Monkey business (11. September 2007)

Was für die Arbeitswoche… Vielleicht erkennt sich jemand hier wieder.

Sehr gute Werbekampagne von CareerBuilder.com

Lupe Fiasco feat. Matthew Santos - Superstar (Live) (9. September 2007)

Mein muslimischer Bruder Lupe Fiasco mit seiner neuen Single “Superstar” (feat. Matthew Santos) für das kommende Album “The Cool” (November).

Tolle Live-Performance und meine große Hoffnung, nachdem Kanyes “Graduation” mich enttäuscht hat (Review folgt).

Auf dem ersten Album hat mir auch ein Lied mit Matthew Santos am besten gefallen, “American Terrorist”:

Neues von Apple (5. September 2007)

Tja, heute war ja mal wieder Apple day und alle waren gespannt auf die News. Spekuliert wurde über einen neuen iPod. Fakes in der Vergangenheit ließen darauf schließen, dass der iPod in die Breite geht - für viele ein ästhetisches Desaster, was wohl ar nicht in’s Weltbild der Applefreunde passt.

Steve Jobs hat heute sogar mehr als einen neuen iPod enlüftet.

Ja, der iPod nano ist dicker geworden, aber nicht unbedingt hässlicher. Große Änderungen kann ich nicht erkennen. Es gibt ihn jetzt in anderen Farben (silber, schwarz, grün, dunkelrot und dunkelgrün), hellerem Display und Coverflow-Steuerung. Speicherplatz á 4 GB oder 8 GB ist geblieben. Nicht unbedingt die Kaufempfehlung, will ich meinen.

Der “normale iPod” hat wohl ausgedient, neu ist jetzt der iPod classic. Wählbar in schwarz oder silber, ebenfalls mit Coverflow. Richtig toll: Jetzt steht eine 80 GB und 160 GB Variante zur Verfügung. 160 GB - das ist wohl wirklich was! Am Design, speziell an der Form, wurde nicht viel geändert, was auch weniger notwendig ist.

Tja und die große Überraschung am Abend:

iPod touch

Der iPod touch. Sieht genau so aus wie das iPhone, nur nicht zum Telefonieren. Touchdisplay, welches beim Drehen zum Widescreen wird. Und jetzt kommt’s: Unterstützt Wi-Fi und kommt mit dem Safari Webbrowser daher - großes Kino! Was mich aber vom Kauf abschreckt: Entweder 8 GB oder 16 GB Speicherplatz - das ist viel zu wenig, habe ich doch mit dem Kauf eines 80 GB iPods geliebäugelt. Präsentationsvideo gibt es hier.

Ich warte daher erstmal ab, bis mehr Speicherplatz da ist. Der iPod touch ist auf jeden Fall eine gute Erneuerung, dafür lob ich mir Apple.

So, das erste öffentliche Highlight in dieser Woche, übermorgen dann die ersten Erfahrungswerte zu Kanyes neuem Album “Graduation”.

Esel und Kamele (2. September 2007)

Vor kurzem bin ich bei P.I. über einen sehr interessanten Eintrag gestolpert: Im Namen Allahs: Sex mit Nutztieren in Ordnung. Ich war natürlich sehr erstaunt über die Aussagen, ging immer davon aus, dass Sodomie ein absolutes Tabu im Islam ist.

Beim Überfliegen der Quellen wurde mir klar, dass da etwas nicht stimmt. Zum einen ein angeblicher Ausspruch des Propheten Mohammeds (s.a.s) aus dem Sahih von al-Buchari, den es so gar nicht gibt und zum anderen aus Band 4 des Tahrir al-Wasilehs, einem Werk von Ayatollah Chomenei. Das Zitat finde ich besonders interessant:

“Ein Mann kann Geschlechtsverkehr mit Tieren wie Schafen, Kühen, Kamelen haben. Jedoch sollte er das Tier töten, nachdem er seinen Orgasmus hatte. Er sollte nicht das Fleisch an die Leute in seinem eigenen Dorf verkaufen; jedoch das Fleisch ins nächste Dorf zu verkaufen ist erlaubt.“ (Zitat aus Tahrirolvasyleh, von Ayatollah Ruhollah Khomeini; Band 4 Darol Elm, Ghom, Iran, 1990)”

Nun, die eine Sache ist das falsche Datum - das Tahrir al Wasileh erschien 1987 - das andere ist, dass es gar keinen 4. Band gibt. Stattdessen handelt es sich aus dem Zusammenhang gerissene Stellen der anderen Bänder.

An einer Stelle wird behandelt, wie mit einem Tier umgegangen werden muss, mit dem ein Mensch Sex hatte. Da das Fleisch und alle anderen Erzeugnisse (Milch, Fell, etc.) haram dadurch geworden sind, muss das Tier verbrannt werden und kann weder im eigenen noch in einem benachbarten Ort verkauft werden.

Anders verhält es sich mit einem Tier, welches in erster Linie zum Reiten und Transport dient: Dieses Tier darf in einem anderen Ort verkauft werden. Ändert nichts daran, dass der Beitrag von P.I. keinerlei Grundlage hat.

Im Islam ist Sodomie bzw. Zoophilie verboten. Belege aus dem Qur’an:

“Und Allah gab euch Gattinnen aus euch selbst, und aus euren Gattinnen machte Er euch Söhne und Enkelkinder, und Er hat euch mit Gutem versorgt. Wollen sie da an Nichtiges glauben und Allahs Huld verleugnen?”

Sure An-Nahl, Vers 72

Mit “aus euch selbst” ist auch “von selber Art wie euch”, also vom selben Wesen gemeint.

“Wahrlich, erfolgreich sind die Gläubigen, die in ihren Gebeten voller Demut sind, und die sich von allem leeren Gerede fernhalten, und die die Zakah entrichten und ihre Schamteile bewahren; außer gegenüber ihren Gatinnen oder denen, die sie von Rechts wegen besitzen, denn dann sind sie nicht zu tadeln. Wahrlich, erfolgreich sind die Gläubigen, die in ihren Gebeten voller Demut sind, und die sich von allem leeren Gerede fernhalten, und die die Zakah entrichten und ihre Schamteile bewahren; außer gegenüber ihren Gattinnen oder denen, die sie von Rechts wegen besitzen, denn dann sind sie nicht zu tadeln. Diejenigen aber, die darüber hinaus etwas begehren, sind Übertreter.

Sure Al-Mu’minun, Vers 1-7

Kritik am Islam, besser gesagt an der Ummah, hat seine Existenzberechtigung und sollte auch geübt werden, aber auf einer sachlichen Ebene. Ich erzähle nichts neues wenn ich sage, dass Politically Incorrect ganz andere Interessen und Absichten hat. Siehe: “Info in eigener Sache: politicallyincorrect.de verbreitet E-Mail im Namen von islam.de“. Die Aussagen im von mir kritisierten Beitrag erinnern mich an die Unterstellungen, die mit der Judensau zum Ausdruck gebracht worden ist.

Aus’m Versteck

Oh Mann, was waren das noch für Zeiten?

Und damals war EMT noch in Höchstform, kaum zu toppen, das Teil. Selbst der Freestyle von letzter Woche hält da nich mit (wir erinnern uns).

“Islamfeind und stolz darauf” (1. September 2007)

Informativer Artikel auf jetzt.de:

“Wenn Aiman Mazyek einen Fernsehauftritt hatte, sind die Tage danach ungemütlich. Dann bekommt er Mails, in denen steht: “Wenn ihr uns noch weiter ärgert, sprenge ich euch in die Luft”. Oder: “Brennt alle Moscheen ab, mit den Moslems darin - vertreibt sie aus unserem Land.” Mazyek, Generalsekretär des Zentralrats der Muslime (ZMD), reicht die Morddrohungen und anderes, worauf das Strafgesetzbuch anzuwenden ist, an einen Mitarbeiter weiter, der dann Anzeige erstattet. Mindestens einmal im Monat wird der Staatsanwalt eingeschaltet, oft jede Woche; manchmal findet die Polizei die Absender, mache entschuldigen sich dann oder erzählen von Ausrutschern im Suff. Das war selbst nach dem 11. September 2001 nicht so heftig”, sagt der Sohn eines Syrers und einer Deutschen.”

Quelle: http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/396401

PS: Derzeit bin ich unterwegs, daher war’s die Woche recht still an diesem Ort.

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